Der japanische Yen in der internationalen Wirtschaft
So manch einer wird sich fragen, was der Yen, die Währung Japans, für Deutschland oder für die Weltwirtschaft für eine Bedeutung hat. Er gehört seit vielen Jahren zu den stärksten Währungen der Welt. Er gilt seit 1870 als japanische Währungseinheit. Der Yen gilt neben dem US-Dollar und neben dem Euro in vielen Ländern als Teil der Geldreserven für die Währungsstabilisation. Der Yen gilt als konvertibel, denn er kann von Bürgern aus dem Ausland sowie aus dem Inland unbegrenzt umgetauscht werden in andere Währungen. Im internationalen Zahlungsverkehr kann der Yen, die Währung Japans, als Zahlungsmittel genutzt werden. Seine Konvertibilität erlangte der Yen erst im Jahre 1964.
Japan gewann zu Beginn der 1980er Jahre an Bedeutung als Wirtschafts- und Finanzmacht. Damit erlangte auch der Yen, die Währung Japans, zunehmend an Bedeutung als weltweit anerkannte Währung. Japan häufte umfangreiche Währungsreserven an, um im Ausland agieren zu können. Das japanische Finanzkapital konnte an Boden gewinnen auf ausländischen Finanzmärkten. Japan konnte in breitem Umfang ein Netz an Auslandsfilialen seiner Banken eröffnen. Seit 1985 sind in Japan Treuhandelsbanken aus dem Ausland zugelassen. Damit wurde für das Ausland der Geld- und Finanzmarkt in Japan geöffnet.
Der Yen, die Währung Japans, verlor im Jahre 1990 an Wert. Zuvor legten viele japanische und internationale Investoren ihr Kapital in japanischen Immobilien und Aktien an, was zu einer sogenannten Blasen-Wirtschaft in Japan führte. Im Jahre 1990 kam es zum Platzen dieser Blase, was zu einem starken Wertverlust auf dem japanischen Immobilien- und Aktienmarkt führte sowie zu einem Konkurs großer Banken und Versicherer. Der Wertverlust des Yen setzte sich fort, im Jahre 2002 erlangte der Yen einen Tiefstand. Da Yen-Währungskredite mit sehr niedrigem Zinssatz gehandelt wurden, nahmen viele ausländische Investoren Yen-Währungskredite auf. Das so erhaltene Geld investierten sie in Währungen, die hohe Zinsen brachten. Der Yen wurde auf internationalem Niveau niedrig gehalten. Er konnte sich inzwischen wieder langsam erholen.
Japan betreibt eine strenge Anti-Inflationspolitik. Die Inflationsrate in Japan liegt unter der Teuerungsrate der USA. Der Yen, die Währung Japans, dient als Weltgeldreserve und sichert die weltweite Zahlungsfähigkeit Japans. Jedoch befinden sich im Vergleich zum US-Dollar und zum Euro nur geringe Reserven des japanischen Yen bei internationalen Banken. Dies liegt auch an der recht zögerlichen, vorsichtigen Währungspolitik Japans.